Ortenauer Weinbruderschaft begutachtet Reben

Die diesjährige, traditionelle Rebbegehung

Die diesjährige, traditionelle Rebbegehung führte die Ortenauer Weinbruderschaft am 11. Juni 2026 ins Kinzigtal. 25 Weinschwestern- und Brüder trafen sich auf dem Wein- und Obsthof der Familie Zapf im idyllischen Gengenbach-Bermersbach.

Zur Begrüßung durch Ordensmeister Thomas Laubenstein wurde bereits ein erfrischender Rieslingsekt der Gengenbacher Weinmanufaktur gereicht.

Anschließend führte der Ortenauer Weinbauberater Johannes Werner die Teilnehmer in die Reben der Familie Zapf, wo er fachkundig den Vegetationsstand und die Rebentwicklung des Jahres 2026 erläuterte. Der Vegetationsverlauf und die Witterung böten im Vegetationsjahr 2026 bis jetzt hervorragende Voraussetzungen. Einzig einige Frühsorten wie z.B. Chardonnay oder Muskateller erlitten im März vereinzelt Frostschäden. Bei allen anderen Traubensorten waren die Gescheine noch ausreichend geschlossen, damit die Nachtfröste keinen Schaden anrichten konnten. Bereits am 29. Mai stand ein Großteil der Reben in Vollblüte, früher als je zuvor. Der Blick von Alt- Ordensmeister Winfried Köninger reicht noch weiter zurück in die Vergangenheit. Er konnte sich nur an zwei Jahre mit ähnlich früher Blüte erinnern. Ausreichend Niederschläge und das sonnige Wetter böten derzeit perfekte Wachstumsbedingungen mit sehr wenig Schädlingsdruck, so dass mit einem Herbst bereits im August zu rechnen sei. Wenn nichts dazwischenkomme, könne der erste neue Wein des Jahrganges 2026 vermutlich noch im Schwimmbad genossen werden.

Auch die Schattenseiten des Strukturwandels im Weinbau blieben den
Exkursionsteilnehmern nicht verborgen. So zog die Gruppe auch an einigen nicht mehr bewirtschafteten und stillgelegten ehemaligen Rebflächen vorbei. Hier zollte Johannes Werner dem Nebenerwerbswinzer Frank Zapf großes Lob für die vorbildliche Pflege der bewirtschafteten wie auch der stillgelegten Flächen. Moderne Erkenntnisse wie z.B. das alternierende Mulchen im Rebberg, sowie das komplette Entfernen der Reben auf Stilllegungsflächen werden am Weinhof Zapf vorbildlich und professionell umgesetzt.

Natürlich wurden auch im Rebberg weitere Weine der Weinmanufaktur Gengenbach verkostet. Durch den Zusammenschluss mit dem Zell-Weierbacher Winzerkeller verfügt man nun über eine große Varianz unterschiedlicher Stile und Terroirs. Jürgen Litterst von der Gengenbacher Weinmanufaktur stellte je einen gehaltvollen und tiefen Zeller Merlot sowie einen Syrah aus der sonnenreichen Südlage des Offenburger Reblandes vor. Dem gegenüber führte Hausherr Frank Zapf die in die frischen und schlanken Weine der gleichen Rebsorten aus dem Kinzigtal ein.

In der Bermersbacher Vesperstube von Gabi Basler wurden anschließend weitere Weißweine der zwei so unterschiedlichen Terroirs verkostet. Thomas Laubenstein bedankte sich mit einem Präsent bei Johannes Werner, Frank Zapf und Jürgen Litterst für eine tolle Exkursion und der gelungene Abend klang bei einem zünftigen Vesper mit weiteren Gesprächen und Prognosen zum vielversprechenden Weinjahrgang 2026 aus.